Aus- und Umbau

Der Ausbau des Kölntores zur Wachstube

 

Im Jahre 1961, bei einer abendlichen Zusammenkunft einiger Blauen Funken, in einer echten Bierlaune, wurde die Idee geboren, die Räume des Kölntores auszubauen. Diese Idee stammte von unserem damaligen Funken Theo Schüffelgen. Der Entschluss, eine Funkenburg bzw. eine Wachstube zu schaffen, wurde im Funkencorps positiv aufgenommen.

 

Es wurden auch gleich die notwendigen Schritte unternommen. Nach einer Ortsbesichtigung mit Vertretern unsere Stadt und des Landeskonservators wurde unserem Wunsch entsprochen und bald darauf die Genehmigung zum Ausbau des Kölntores erteilt. Anfang 1962 konnten wir mit den Ausbauarbeiten beginnen. Das Innenleben des Kölntores war total verwüstet und zerstört. Der 2. Weltkrieg, aber auch Witterungseinflüsse, hatten hier Ihre Spuren hinterlassen; besonders bei Decken und Wänden. Fenster, Türen, die Treppe zum Obergeschoß und die Böden fehlten gänzlich.

 

Der nach dem Krieg noch vorhandene Vier-Eckturm, der als Aufgang diente, war mittlerweile auch abgetragen worden. Zu beginn der Bauarbeiten hatte man sich auf zwei Abende in der Woche festgelegt, an denen gearbeitet wurde. Zu den abendlichen Arbeitsstunden musste jeweils eine fahrbare Feuerwehrleiter herangeschafft werden. Schutt und Unrat wurden mittels Eimern auf bereitstehende LKWs abgeseilt und abgefahren. Auf den gleichen Wege wurden die Baumaterialien nach oben befördert. Man kann versichern, das hier sehr, sehr viel Staub geschluckt wurde, und trotzdem war man froh und heiter bei der Sache, denn anschließend wurde alles bei einem leckeren Kölsch heruntergespült. Alle Arbeiten wurden von den Blauen Funken in Eigenleistung erbracht, ca. 2000 Arbeitstunden. Eine neue Innentreppe, die Elektroinstallation sowie eine Toilette mit Waschgelegenheit wurden eingebaut. Sehr aufwendig war der Turmartige Vorbau, der die Wendeltreppe bis zum ersten Obergeschoß aufnahm. Hier wurde mit altem Steinmaterial und Basaltstufen aus dem Abbruch einer Kirche in Köln-Junkersdorf gearbeitet. Das kleine Runddach wurde beschiefert und eine Wetterfahne aufgesetzt. Das letzte Wort hatten die Maler. Tische wurden gestiftet und die Stühle wurden von jedem Funken selbst gekauft. Trotz der enormen Eigenleistung, die das Funkencorps erbracht hat, forderte der Ausbau des Kölntores von den Funken noch einen finanziellen Aufwand von rd. 40000 DM. Diese enorme Summe von damaligen Vorstandmitgliedern und einigen Funken per Schuldschein versichert.

 

Was niemand für möglich gehalten hatte, war in drei Jahren seit Baubeginn geschafft.

Am Samstag den 15. Mai des Jahres 1965, wurde das Kölntor als Wachstube eingeweiht.

 

Das gesamte uniformierte Corps der Blauen Funken nebst schwerer Kanone wirkte bei der Einweihung mit. Als Gäste waren die Altstädter aus Köln eingeladen, sowie der Landrat, Bürgermeister, Stadtdirektor und Stadtrat; ebenso einige Freunde des Corps. Sie alle haben aus der Einweihung ein richtiges Fest gemacht, das bis spät in die Nacht andauerte. Auch nach diesem Einweihungsfest waren noch nicht alle baulichen Maßnahmen abgeschlossen. So fehlte zur Beheizung ein Ofen und zur Bewirtung oder besser gesagt für den Ausschank eine Theke. Es wurde noch im gleichen Jahr ein Ofen auch Kupferblech mit Rauchfang eingebaut. Beide Teile wurden uneigennützig von Funken gespendet und erstellt.

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